Geburtsbericht

Von Vivjen LovemyLive

Geburtsbericht von Marie

Eine turbulente Geburt mit vielen Tiefen, aber dem für uns schönsten Ergebnis.

 

20. Dezember 2016, 54cm, 3290g, 34,5cm Kopfumfang.  

Vorgeschichte

 

Alles begann mit dem positiven Test am 05. April 2016 und dem ersten Termin beim Frauenarzt am 11. April 2016. Leider konnte sie nichts erkennen und so sollte ich am 18.April 2016 noch einmal wieder kommen um eine Eileiterschwangerschaft (ELSS) auszuschließen.

Laut meinen Berechnungen war ich zwar mindestens schon in der 6 SSW, aber manchmal ist es ja einfach so, dass man nichts sieht, weil „es“ sich versteckt.

Am 18. April dann die Erlösung, es gibt eine Fruchthöhle... :-)

Laut FA bin ich aber erst in der 5 SSW... Hm... Wie konnte ich mich so vertun? Ich hatte doch alles kontrolliert, aber gut sie ist schließlich vom Fach und so vertraute ich ihr.

 

In den nächsten Wochen überkam mich die Schwangerschaftsübelkeit und sie wurde die so stark, dass ich ins Krankenhaus musste. Dort stellte man bei einem Ultraschall fest, dass unser Baby mehr als zeitgerecht entwickelt war und der Errechneter Termin (ET) wahrscheinlich ein bis zwei Wochen eher sei.

Bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung erzählte ich dies meiner Frauenärztin, doch sie blieb beim 21.12.2016 als ET. Im Grunde war mir der ET auch egal, schließlich war noch kein Baby drin geblieben.

 

Das erste Treffen mit meiner Hebamme fand statt. Auch sie war, aufgrund ihrer Untersuchung und meiner Aussagen zum Eisprung der Meinung, dass ich locker ein bis zwei Wochen weiter sei.

Wieder zur Vorsorge bei meiner Frauenärztin sah ich die Werte im Ultraschall (sie zeigten alle eine weitere SSW an) und so nutze ich die Gelegenheit sie nochmals, beiläufig auf den ET anzusprechen. Dieser konnte ja auch nur bis zu einer bestimmten Woche geändert werden.

Sie nahm dies allerdings nicht an, schien sogar leicht verärgert, dass ich ihr Fachwissen anzweifeln würde und so blieb es beim 21.12.2016 als Termin. Mir recht, dachte ich, sie ist die Fachfrau.

 

Während der gesamten Schwangerschaft war ich ein weiteres mal im Krankenhaus und zum 3D Ultraschall bei einem anderen FA. Wieder waren beide der Meinung, dass ich höchstwahrscheinlich ein bis zwei Wochen weiter sei. Mein Gefühl sagte mir das schon von Anfang an, aber es brachte ja nichts, da die Frauenärztin den ET nicht mehr ändern würde.

Und wie schon geschrieben... noch ist keins drinnen geblieben...schließlich entscheidet das Baby selber, wann es kommt.

 

So verging also die Schwangerschaft mit ihren ganz normale Höhen und Tiefen.

 

Zum Ende kamen dann die CTG Kontrollen dazu. Ich als Leihe kannte mich mit der Auswertung natürlich nicht aus. Und schob die letzten 3 eingeschlafenen CTGs, auf Babys Ruhephasen.

Ach ja die stark abnehmenden Kindesbewegungen nicht zu vergessen, aber diese sollten ja auch normal sein.

(Ich würde die Bewegungen nur nicht mehr mitbekommen...Klar, so 3kg merkt man plötzlich nicht mehr, wenn sie sich bewegen...nur Nachts um 4:30 Uhr da wacht man vom Strampeln auf.)

 

Wegen meinen starken Wassereinlagerungen, die von Tag zu Tag mehr wurden, und den damit verbundenen starken Schmerzen, begann meine Hebamme mit der geburtsvorbereitenden Akupunktur in der 35 SSW.

 

In der 36 SSW bekam ich dann auch die Senkwehen mit voller Wucht zu spüren.

Nach einigen Tagen/ Wochen hatte ich sogar angst, wenn sich der Bauch weiter senkt, dass er bald den Boden berühren würde.

Aber es ging dem Ende entgegen. Das wusste ich.

 

Geburtsbericht

 

13.Dezember 2016

Die erste der letzten drei Untersuchungen bei der Frauenärztin stand an. Ich erzählte ihr, dass ich denke, dass es bald los geht, und wir ja eh etwas weiter seien, als berechnet.

Sehr forsch gab sie mir zu verstehen, dass ich damit nicht rechnen bräuchte, eher dass wir bis Januar noch warten müssten, schließlich sei der MuMu noch fest verschlossen und zurück gezogen (Dass sich das in kürzester Zeit ändern kann, sollte ich noch zu spüren bekommen.) und unsere Prinzessin sei bestens versorgt (Woher wollte sie das wissen, den letzten Ultraschall hatte sie im Oktober gemacht.).

Also nichts was auf eine baldige Geburt hindeutete.

Außerdem war sie der festen Überzeugung, dass im Krankenhaus über Weihnachten nicht eingeleitet werden würde.

 

Zu Hause angekommen war ich frustriert, klar nahm ich meine Ärztin inzwischen nicht mehr für voll (Es sind mehrere Sachen in der Schwangerschaft gewesen, die nicht ok waren.) und hörte nur noch auf mein Gefühl, aber es war einfach enttäuschend, ich wollte nicht mehr so lange warten und die Aussage der Frauenärztin nahm mir in diesem Moment jegliche Hoffnung, dass es dieses Jahr noch was werden würde. Ich streichelte in den nächsten Tagen täglich meinen Bauch und versuchte unsere Prinzessin davon zu überzeugen, wie toll es wäre, wenn sie vor dem nächsten Termin, am 20.12.2016, kommen würde.

 

14. Dezember 2016

Es ging zum Abstrich ins Krankenhaus. Dieser sollte sieben Tage vor ET gemacht werden.

Da ich am Tag zuvor noch bei meiner Frauenärztin war, sie mich aber mit meiner Sorge, dass die Bewegungen weniger geworden waren wieder nicht ernst nahm, erwähnte ich dieses noch im Krankenhaus, woraufhin ich zum CTG und Ultraschall durfte.

Das CTG war wieder etwas eingeschlafen, doch nach drei Gläsern Wasser wurde es besser.

Auch beim Ultraschall war soweit alles gut. Ok sie sollte jetzt ein Sternguckerbaby sein, aber das war uns egal. Hauptsache sie ist gut versorgt. Und laut Krankenhaus war die Versorgung durch die Plazenta einwandfrei.

Allerdings wurde ich mit den Worten, „Wir sehen uns bestimmt in den nächsten Tagen wieder.“ verabschiedet.

Sollten wir doch nicht bis 2017 warten müssen?

 

Inzwischen war es mir egal, die Schmerzen durch die Wassereinlagerungen, die Schmerzen im Becken und das Sodbrennen waren inzwischen unerträglich, doch die paar Tage wollte ich jetzt auch noch aushalten.

Durch die Aussage der Hebamme im Krankenhaus war ich wieder guter Dinge und hoffte einer Einleitung entgehen zu können.

 

18. Dezember 2016

Die letzten Tage versuchten wir viel zu spazieren (Das taten wir vorher auch schon) und mit Himbeerblättertee, Ingwer, Heublumendampfbädern und Zimt alles anzuregen und vorzubereiten was ging.

Ich hatte kaum noch Hunger und auch so fühlte ich mich den ganzen Tag einfach unwohl.

Da ich durch die Schwangerschaft so sehr schnarchte, hatte mein Mann die letzten Nächte auf der Couch verbracht.

Abends lag ich also alleine im Bett und schlief sogar ziemlich schnell ein. Was ein Wunder war, denn die letzten Wochen waren die Nächte eher kurz. Allerdings wachte ich immer wieder auf und meinte von Wehen geträumt zu haben. Ich dachte der Traum sei sogar so intensiv, dass ich wirklich Schmerzen hatte, oder bildete ich mir das Ganze ein?

 

19. Dezember 2016

Um 6:30 Uhr war ich wach. Ich postete noch auf Instagram und fragte die Mädels, wie es bei ihnen losging, welche Anzeichen sie hatten. Bei mir wäre alles ruhig, bis auf den Traum von den Wehen diese Nacht.

Keine 5 Minuten später merkte ich eine Wehe. Da ich wach war beobachtete ich das Ganze und fing nach der dritten Wehe an, die Abstände zu messen. (Alle 3-6 Minuten) Diese wurden allerdings nicht stärker und waren meiner Meinung nach nicht regelmäßig.

8:15 Nun waren wir schon bei alle 2-4 Minuten.

Um 8:45 fragte ich meine Hebamme per Whatsapp was sie meint. Ob es noch Senkwehen sind oder ob ich doch lieber mal los fahren sollte. Schließlich wurden sie schon etwas schmerzhafter.

Um 10:40 bekam ich eine Antwort. Ich sollte es mal mit Wärme probieren. Das hatte ich schon gehört, aber da wir keine Badewanne hatten, machte ich mir ein Heizkissen und legte mich wieder ins Bett.

Meinen Mann ließ ich auf der Couch weiter schlafen. Auch ich schlief für eine Stunde ein und wachte gegen 11:30 wieder auf. Ich merkte, dass das Heizkissen kalt war und auch die Wehen fingen wieder an.

Inzwischen doch etwas aufgeregt ging ich nach unten und bat meinen Mann, der eigentlich noch immer schlief, etwas energisch, JETZT duschen zu gehen. Perplex fragte er ob es losgeht, ich erzählte ihm von den Wehen und das ich gleich mal duschen wollte, um zu gucken ob es mehr werden würde.

Da er sich meiner Meinung nach etwas zu viel Zeit nahm, um unter die Dusche zu kommen, machte ich ihn noch etwas energischer darauf aufmerksam, dass er JETZT doch bitte unter die Dusche gehen sollte. Da wurde auch ihm klar, jetzt wird’s Zeit.

Nachdem er fertig war, hüpfte ich unter die Dusche. Schnell merkte ich, dass die Wehen zwar nicht mehr oder schmerzhafter wurden, aber auch nicht weggingen. Ich entschied also noch zu warten und die Abstände weiter zu messen.

Während ich auf der Couch saß und die Wehen im Auge behielt, wollte mein Mann uns das Frühstück zubereite. Doch irgendwie wurde daraus nichts, denn ihm fiel ein, dass er vorher erst die Küchenfläche abputzen könnte, ach und überhaupt er wollte eben auch das Waschbecken ausputzen. Auch die Ecken (Zugegeben, die habe ich das letzte mal vor Ewigkeiten ausgeputzt.) mussten JETZT geputzt werden. Und auch das Badezimmer war plötzlich so dreckig, dass es nicht warten konnte. Also wie ihr lest ich wartete weiter auf mein Frühstück, während mein Mann erneut die Wohnung wienerte und dem Nestbautrieb verfallen war.

(War das eine Vorahnung? Seine Aussage „Falls Marie heute kommt, soll es sauber sein.“ Natürlich war es vorher auch schon sauber aber gut. Meine Reaktion darauf „Die kommt heute nicht, das dauert noch.“)

 

Um 13 Uhr konnten wir dann endlich bei einer Folge Weihnachtsmann und Co. KG frühstücken.

Die Wehen waren nun doch schon etwas stärker, aber noch völlig auszuhalten. Ich entschied mich dazu, trotzdem im Kreißsaal anzurufen. Dort wurde mir dann angeboten, dass ich gerne zur Kontrolle vorbei kommen könne.

Ziemlich schnell machten wir uns dann auf den Weg. Irgendwie hatte ich plötzlich Panik, dass es echte Wehen sein könnten und diese hier zu Hause in Presswehen übergehen würden. (Man konnte ja nie wissen...) Einerseits war ich also etwas panisch, andererseits war ich der Meinung, die Kliniktasche mit zu nehmen sei völlig übertrieben. Ich würde bestimmt noch wieder nach Hause geschickt werden.

Zudem liegt das Krankenhaus auch nur 5 Minuten von uns entfernt.

Wir nutzten natürlich auch nicht den Storchenparkplatz, da ich der Meinung war ich könne das Stück noch gut laufen.

Dem war natürlich nicht so. Ich quälte mich den Weg hoch zum Eingang und wollte nur noch den Kreißsaal erreichen.

Hier wurde ich dann sehr lieb von Hebamme L. Empfangen. Sie brachte mich in einen Kreißsaal, verkabelte das CTG und untersuchte den MuMu. 1 ½ cm offen.

Oh das war ja dann doch schon etwas...Ging es jetzt wirklich los?

Sie bat mir an zu bleiben, ich wollte jedoch wieder nach Hause. Vorher sollte aber noch ein Ultraschall gemacht werden.

Während ich also auf die Ärztin für den Ultraschall wartete, merkte ich, dass die Wehen nun nicht mehr ohne waren und ich nicht mal mehr sitzen konnte.

Inzwischen war es auch schon ca. 15:30 Uhr.

Während des Ultraschalls war es mir so unangenehm zu liegen dass ich immer schmerzverzehrter guckte und alles anspannte (Schätzwerte 48cm und 3100g).

Ich wusste jetzt auch, dass ich definitiv nicht mehr nach Hause gehen würde und wenn, dann nur noch mit unserem Baby im Arm.

Mein Mann machte sich also auf den Weg, meldete mich an und fuhr dann los, um unsere Sachen von zu Hause zu holen.

L. brachte mich dann einige Zeit später auf unser Familienzimmer und sagte, dass ich nochmal um 19 Uhr zum CTG kommen sollte, oder früher, wenn ich es nicht mehr aushalten würde.

Ich war keine 3 Minuten alleine im Zimmer da rief ich meinen Mann an, dass er sich beeilen sollte. Als er gegen 18 Uhr kam, machten wir uns direkt auf den Weg zum Kreißsaal, auf dem ich die Wehen schon richtig veratmen musste.

Wieder wurde ich ans CTG angeschlossen, mir wurde bewusst, dass ich auch diesen Raum nun nicht mehr ohne Baby verlassen werde. Da ich ja nun schon seit mehr als 12 Stunden Wehen hatte und diese jetzt auch schmerzhaft waren und nicht mehr einfach zu veratmen, bekam ich während des CTGs Buscopan.

(Ich wollte auf keinen Fall eine PDA, was im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung war.)

Zwischenzeitlich waren die Herztöne von Marie auch nicht mehr ganz optimal, aber das legte sich kurze zeit später wieder, daher durfte ich dann auch gegen 19:30 in die Badewanne.

Dies war die beste Entscheidung. Die Wehen wurden weniger und alles entspannte sich.

L. war die ganze Zeit für uns da, hat mich unterstützt und ich fühlte mich einfach sicher.

Um 20 Uhr war Übergabe und eine neue Hebamme sollte mich begleiten. Ich saß noch immer in der Wanne und lernte sie kennen. Es war J, die mich ein paar Tage zuvor mit den Worten „Wir sehen uns bestimmt in den nächsten Tagen wieder.“ verabschiedet hatte.

Um 20:30 wollte ich aus der Wanne raus. Die Wehen wurden auch wieder stärker und ich musste nun schon mit Summen.

J. untersuchte gegen 21 Uhr den MuMu. 2 cm … Oh hieß es nicht pro Stunde 1 cm??... Ok es ging ja schließlich nicht immer wie im Lehrbuch und ich hatte mich vor der Wanne auch recht stark verkrampft, was ja falsch ist, also gab ich mir nun Mühe und ließ bei jeder Wehe bewusst locker. Zumindest so gut es ging.

21:30 Ich wollte wieder zurück in die Wanne, also ab ins angrenzende Badezimmer. Dieses Mal brachte das warme Wasser keine Entspannung, jedoch waren die Wehen etwas besser auszuhalten. Mein Summen war in der Zwischenzeit auch schon zu einem sanften „Ahhh“ geworden.

Plötzlich kam die Assistenzärztin und wollte auch den MuMu untersuchen. In der Wanne? Das tat vielleicht weh.

(Die anderen Untersuchungen taten zwar auch weh, aber in der Wanne war es am schlimmsten.)

Ohne ein Wort mit mir zu wechseln gingen J. und die Ärztin raus und tuschelten.

Um 22:30 war mir die Wanne dann doch zu viel, ich wollte ein stärkeres Schmerzmittel und auch J. Befürwortete dies.

Auf einmal war die Rede von einem Geburtsstillstand.

Was? Wieso wusste ich nichts davon? Sollte es jetzt doch ein Kaiserschnitt werden?

Ich hatte mich nach dieser Aussage innerlich schon darauf eingestellt.

Ok, aber erst mal das Schmerzmittel!

Ich sag euch das war ein g..utes Zeug... Die Wehenpausen fühlten sich an wie zwei Wochen Sommerurlaub.

Inzwischen war es 23:45. Ich wusste auch ganz genau, dass ich während einer Wehe vier mal laut „Ahhh“ machen musste und dann hatte ich „Urlaub“. So konnte ich während der Wehen besser locker lassen und habe mich nicht verkrampft.

Als J. noch einmal untersuchte, war der MuMu 4cm geöffnet... Yeah ein Fortschritt von 2cm, doch kein KS?

Ich hatte, während ich das Meptid (Schmerzmittel) bekam, sogar etwas Appetit und wurde von meinem Mann versorgt.

Teilweise schlief ich auch zwischen den Wehen ein.

Doch irgendwann merkte ich, dass die Wehen stärker und schmerzhafter wurden. Nun war mein Schreien sogar schon auf dem Flur hörbar, und mein Mann musste sich seine Ohropax holen.

 

So lag ich da, alleine im Kreißsaal, als der ganze Mist los ging.

Mich überkam eine heftige Wehe, gleichzeitig musste ich mich übergeben und zerrte mir beim Aufrichten die linke Seite. Ich konnte mich nicht mehr bewegen und die nächste Wehe rollte heran.

Ich schrie um Hilfe, doch keiner kam.

Erst als ich J. Beim Namen rief kam sie. Ich weinte vor Schmerzen und schrie, dass mir die Seite weh tat, weil ich mich übergeben musste.

Mein Mann kam mit wieder und war völlig fertig. Er hatte mich bis zu den Aufzügen gehört und machte sich Vorwürfe, weil er mich alleine gelassen hatte.

Ich sagte J., dass ich nun das Gefühl hatte mit zu pressen. Sie begleitete aber noch eine andere Gebärende im Nachbarkreißsaal und ging. Schließlich waren wir gerade erst bei 4cm...

 

Mein Mann versuchte mich zu beruhigen und sprach mir gut zu.

Ich hatte allerdings nur Angst, dass er von meinen Schreien, die inzwischen eine sehr unangenehme Frequenz erreichten, einen Gehörsturz bekam.

Plötzlich merkte ich wieder diesen Druck, doch ich sollte noch nicht pressen, anders als davor, konnte ich aber nicht und mein Körper presste von alleine.

Voller Panik schrie ich.

„Hilfe, Sie kommt, mein Baby kommt. Hilfe!!!!!!“

Ich merkte wie sie kam, doch keine Hebamme in Sicht. Nur mein Mann der eigentlich kein Blut sehen konnte und dem eine Mischung aus Panik, Angst und Hilflosigkeit ins Gesicht geschrieben stand.

Irgendwann kam die Hebamme gemütlich herein, doch als sie mich sah, wurde sie ganz unruhig. Auch zwei Ärzte stürzten wenige Sekunden später hektisch auf mich zu.

Ab diesem Zeitpunkt bekam weder ich, noch mein Mann irgendwelche Informationen, oder Antworten auf Fragen.

 

Mein Mann hatte vorher schon gesehen, dass die Fruchtblase kam.

Eilig fingen die Ärzte an diese zu öffnen.

Ich hörte nur „grünes Fruchtwasser! Schnell!“

Was, wie konnte das passieren? Das CTG war doch die ganze Zeit gut, oder?

Ich fragte, was los sei, doch keine Antwort...“

Dann meinten die Ärzte, ich solle mich mal drehen, ja die waren ja lustig, ich hatte unheimliche Schmerzen, war bewegungsunfähig und weil es ihnen nicht schnell genug ging, und mir plötzlich viel zu schnell, wurde ich auf die Seite „geschmissen“, und bekam noch immer keine Antwort, was jetzt los sei...

Ich hörte die Panik in den Stimmen der Ärzte,“Schulter kann nicht entwickelt werden, Herztöne nicht gut, schneller!“

Musste es jetzt doch noch ein Notkaiserschnitt werden? Was war plötzlich so schief gelaufen?

Ich fragte wieder nach.

„Was ist los? Ich muss pressen, darf ich pressen?“

„Nein nicht pressen.“

„Aber ich muss.“

nichts... keine Antwort.

 

Sie verabreichten mir zwei Spritzen mit Wehenhemmer... Warum? Es ging plötzlich zu schnell und Marie war zu schnell in den Geburtskanal gerutscht.

Das wussten wir aber auch nur, weil mein Mann versucht hat irgendetwas von dem Getuschel der Ärzte mitzubekommen.

Ich war inzwischen in einem Paralleluniversum, bekam nichts mehr mit und vertraute nur noch meinem Körper.

So kam die nächste Wehe und ich presste, presste um mein Leben und plötzlich merkte ich einen brennenden Schmerz, dass musste ein Dammschnitt gewesen sein und auch die Sauglocke (Kiwi) kam wenige Momente später zum Einsatz. Mein Mann hielt noch immer tapfer meine Hand, wir beide hatten vor lauter Angst, was denn jetzt Sache sei, Tränen in den Augen.

Und dann merkte ich es, der Kopf war da... wir hatten es fast geschafft.

Der Oberarzt war inzwischen auch da und schmiss sich, als sich die nächste Wehe ankündigte, auf meinen Bauch, um Marie raus zu helfen.

 

Um 1:30 war sie da.

 

Sie lag völlig regungslos da, wieder diese Panik in den Stimmen der Ärzte.

Ich sah nur noch Schläuche.

„Wo ist mein Baby? Was ist mit meinem Baby? Warum bekomme ich mein Baby nicht?“

Weiterhin schwiegen die Ärzte. Mich überkam ein Gefühl von Hilflosigkeit. Die Tränen und die Angst um unsere Tochter waren nicht mehr zurück zu halten.

Warum bekamen wir die ganze letzte Stunde keine Informationen, warum war jeder hier in diesem Raum so verdammt hektisch...

Doch dann kam er, der erlösende Schrei. Marie wurde mir, in einem Handtuch eingewickelt, auf die Brust gelegt.

Ihre dunklen Augen schauten uns an und ich hatte in diesem Moment alles um mich herum vergessen. Wir genossen die ersten Augenblicke als Familie. Ein Gefühl das nicht zu beschreiben ist. „Immer wieder wiederholte ich, dass ich dieses Baby so sehr liebe und sie so wunderschön sei.“

 

Eigentlich sollte ein Geburtsbericht hier enden, doch das Drama ging weiter...

 

Gegen 1:37 kam dann auch schon die Plazenta.

Der Oberarzt, stellte erschrocken fest, dass selbst die Plazenta grün/gelb war, und das Fruchtwasser demnach nicht unter der Geburt grün wurde, sondern schon länger so war. Ein Indiz dafür, dass Marie schon übertragen war. (Oh... war der Errechnete Termin vielleicht doch früher...?)

Doch ansonsten war sie komplett. Mir fiel ein Stein vom Herzen.

 

Jetzt mussten noch meine Geburtsverletzungen versorgt werden.

„Ängstlich fragte ich ob es viel sei.“ Der Oberarzt gab mir zu verstehen das sie nicht nur einen DS machen mussten, aber das wir das schnell hinbekommen.

Die Assistenzärztin kam und begann, ohne Betäubung zu nähen. Ich sagte immer wieder das es weh tut, schrie Aua, doch sie nähte weiter. Irgendwann ging ich ihr dann doch zu sehr auf die Nerven und sie war sichtlich angepi...ckst. Es wurde dann doch betäubt, allerdings falsch und ich fühlte weiterhin alles.

 

Also mal ehrlich. Ich bin nicht die wehleidigste, aber auch keine Indianerin. Ich habe gerade eine Geburt, die nicht gerade einfach war, hinter mir, da kann ich doch wohl verlangen, dass mit mir etwas fürsorglicher umgegangen wird oder?

 

Während des Nähens hielt ich mit der rechten Hand unsere Tochter, die mir wenigstens etwas Ablenkung verschaffte und mit der anderen meinen Mann, der mir ständig gut zu sprach, obwohl er selber mit den Nerven am Ende war.

 

Irgendwann wurde Marie dann untersucht und um sie mussten wir uns Gott sein Dank wirklich keine Sorgen machen. Sie hatte so viel Glück und alles gut überstanden. Alle Werte waren Top.

 

Ich fragte die Ärztin, wie lange das Nähen noch dauern würde und wie viel es noch sei.

Ihre Antwort war ernüchternd.

„Wir sind noch lange nicht fertig und es ist sehr viel...“

„Aber es tut so weh...!“

 

(Ich sag euch...zu meiner Angst vor Spritzen gesellt sich nun meine Angst vor einem Spekulum... Warum muss man damit so an einer Frau herum reißen????? Aber da musste ich wohl oder übel durch, konnte ja nicht einfach aufstehen und sagen, so bin dann jetzt weg. Das hört sich hier zwar lustig an, aber es war wirklich schlimm für mich, ein richtiges Trauma.)

 

Das Ganze ging eine halbe Stunde, bis der Oberarzt zu meinem Glück endlich wieder kam, sich die Naht ansah und streng sagte, dass er nun übernehmen würde.

...What, Wieso? Ist es so viel, dass es einer alleine nicht schafft?

Auch ihn nervte ich mit der Frage wie lange es noch dauern würde und wie viel es sei. Doch er reagiert viel entspannter, beruhigender.

„Bald haben sie es geschafft es ist zwar viel, aber das schaffen wir.“

Oh... noch immer viel?

Dann stellte sich aber heraus, dass er die Nähte wieder öffnen und neu nähen musste. Sie waren zu schlecht vernäht.

Na Gott sei Dank ist ihm das aufgefallen...

Ich schrie wieder sehr laut vor Schmerzen und er fragte:

„Merken sie etwas?“

Ja natürlich, die blöde Assistenzärztin hielt es ja nicht für nötig richtig zu betäuben.

„Ja, es tut weh.“

„Dann betäuben wir nochmal.“

Er bat seine Kollegin die Betäubung fertig zu machen

„Die Nadel ist viel zu dick!“

„Ach das merkt die eh nicht.“

Waaasss??? Natürlich und ich höre dich auch Sch... Blöde Kuh, aber ich war einfach zu fertig mich noch gegen irgendetwas zu wehren, außerdem wurde mir langsam immer komischer.

Nach etwas mehr als einer Stunde war er endlich fertig.

„Irgendwie ist mir schwinde....“

Mehr brachte ich nicht mehr über meine Lippen. Ich nahm alles um mich herum nur noch dumpf wahr und merkte wie wieder alle hektisch wurden.

 

Mein Mann war übrigens die ganze Zeit neben mir, und hielt meine Hand, doch auch er war fassungslos über den ganzen Ablauf und hatte große Angst um mich. Ich selber bekam davon ja zu diesem Zeitpunkt nicht viel mit, aber es schien echt be..scheiden um mich zu stehen.

 

Mein Blutdruck lag nur noch bei 60/40. Intravenös wurde mir etwas mit so starkem Druck verabreicht, dass mein ganzer Arm kalt wurde und brannte.

(Sie legten sogar eine Blutdruckmanschette um die Infusion, um den Druck zu erhöhen.)

Aber ich war eh nicht mehr ganz Anwesend und ließ alles über mich ergehen.

Eine weitere halbe Stunde verging, bis sie mich wieder einigermaßen stabilisiert hatten und wir endlich auf unser Familienzimmer konnten.

Ich sollte jedoch noch einmal zur Toilette gehen, bevor wir schlafen.

Im Zimmer legte ich Marie direkt an und sie saugte sofort richtig los.

(Wieder ein Anzeichen, dass sie schon lange über Termin war.)

Gegen 4 Uhr rief ich die Nachtschwester, um mit ihr zur Toilette zu gehen.

Doch daraus wurde leider nichts. Mein Mann erzählte mir später, dass ich Ohnmächtig geworden war. Die Hebamme bat ihn auch dringend Hilfe zu holen. Und als ich aufwachte standen zwei Hebammen und zwei Ärzte um mich herum.

Ok, also mein Kreislauf war noch nicht stabil... ich bekam die Anweisung nicht mehr aufzustehen. Ich hätte zu viel Blut verloren und mein Eisenwert lag auch nur noch bei irgendetwas unter 6.

Wir sollten nun erst einmal schlafen, sie würden sich um Marie kümmern, da sie auch etwas kühl war, kam sie ins Wärmebettchen.

Und wir... wir schliefen völlig fertig, erschöpft und fassungslos über die Geburt, die Unprofessionalität und die unnötigen Komplikationen, ein.

 

Spätestens hier sollte ein Geburtsbericht dann ein dem Umständen entsprechend gutes Ende nehmen...aber, es nahm kein Ende...

 

Nachdem ich am Morgen mit vielen Infusionen versorgt wurde, bekamen wir Marie endlich wieder.

Darüber war ich so froh, mir tat es Nachts so weh, sie abzugeben, doch ich wusste ja auch, das es für sie besser war.

Ich bekam einen Wehentropf, damit sich die Gebärmutter gut zusammenzieht und sollte stillen. So machte ich es und merkte die heftigen Nachwehen. Aber darauf war ich gefasst.

Doch plötzlich hatte ich das Gefühl, ein zweites Kind zu bekommen. Die Nachwehen kamen mir irgendwie nicht richtig vor. Ich merkte auch nur noch wie es lief und sagte meinem Mann, „Drück die Klingel.“

Die Hebamme kam rein, schaute unter die Decke und sagte ganz ruhig, „einen Moment ich komme sofort wieder.“

Keine Minute später kam ein mir völlig fremder Arzt herein, schmiss seinen Kittel auf einen Stuhl und ohne sich vorzustellen riss er mir die Bettdecke weg...

Was jetzt folgt war völlig entwürdigend (und wird hier nicht weiter beschrieben), so dass mein Mann seinem Unmut Luft machte und sagte, was das denn hier für ein Krankenhaus sei, so unmöglich, das könnte doch nicht deren ernst sein.

Mein Körper zitterte nur noch und innerhalb von Minuten befand ich mich wieder im Kreißsaal. Warum?... Keine Ahnung, ich bekam ja keine Antwort...

Doch dann wurde mir gesagt, dann seien wir näher am OP...

Aber warum.? Ja das blieb weiterhin unausgesprochen.

 

So lag ich also wieder im Kreißsaal, wo ich vor wenigen Stunden noch unsere Tochter zur Welt gebracht hatte. Zitternd und noch immer umringt von einer Hebamme, zwei Ärzten und zwei Krankenschwestern, die mir sämtliche Medikamente spritzten und einen neuen Zugang legten, um weiter Infusionen anzuhängen.

 

Auch die Tränen konnten wir nicht verbergen, mein Mann hatte so große Angst um mich, schließlich wussten wir beide nicht was los war. Und glaubt mir als Mann ist man hilflos, kann nur zusehen wie die Frau leidet und muss den Ärzten vertrauen, die eigentlich nicht sehr vertrauenswürdig waren...

Neben an im Kreißsaal gebar gerade eine Frau ihr Kind und bei jedem Schrei gefror mir das Blut in den Adern und die Tränen flossen noch heftiger. Ich fühlte mich einfach zurückversetzt.

Ach ja nicht zu vergessen die Traurigkeit unsere Tochter wieder abgeben zu müssen, auch wenn es nur für 2 Stunden war.

Nach einer Stunde kam der nette Oberarzt und schaute nach dem Rechten. Er war fassungslos was sein Kollege da gemacht hatte, die ganzen Medikamente, der Wehentropf, einfach alles, er schüttelte nur den Kopf.

 

Nun ging es bergauf.

Die Hebammen auf der Station waren alle freundlich, hilfsbereit und entschuldigten sich sogar für die unangemessenen Reaktionen der Ärzte.

Wir waren froh, endlich unsere Tochter bei uns zu haben, denn das war nach dem Ganzen nicht selbstverständlich.

(Sie war laut Oberarzt mindestens 1-2 Wochen über Termin und hätten wir länger gewartet, wäre das nicht gut ausgegangen.)

Es folgte nur noch die Abschlussuntersuchung, die ich bei dem doofen Arzt hatte. Diesem habe ich aber mit Nachdruck zu verstehen gegeben, das er sich nicht wagen brauch, sein Spekulum zu nutzen. Und so ging es dann am nächsten Tag auch endlich nach Hause.

 

Wir werden noch einige Zeit an dieser Geburt zu knacken haben, doch es wird von Tag zu Tag besser.

Ich bin froh nun zu Hause zu sein und freue mich auf die gemeinsame Zeit zu dritt. Auch wenn mich meine Geburtsverletzungen (SR und DS) noch daran hindern mich normal zu bewegen.

 

Unsere Geburtserfahrung ist natürlich eine Ausnahme, ich weiß, dass es viel schönere Geburten gibt und das es alles ein wenig anders laufen kann und sollte, auch bei unseren Voraussetzungen. Wie dem auch sei. Wir schließen nun damit ab. 

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