Geburtsbericht

Geburt am 07. September 2015

Dienstag, den 7. September 2015, hatte ich den ganzen Tag, während wir in unserer neuen Wohnung herumgeräumt haben, starke Rückenschmerzen, ich wusste nicht warum, ich habe nicht schwer getragen oder mich viel bewegt.

Als ich abends ins Bett gegangen bin, wurden die Schmerzen schlimmer, ich konnte mich gar nicht bewegen, nicht mal von einer Seite auf die Andere konnte ich mich drehen.

In dieser Nacht habe ich die Wehen mit einer App gemessen, der Beitrag ist noch auf Instagram zu finden.

 

Am nächsten Morgen, den 8. September, ist beim Aufstehen die Fruchtblase geplatzt (38+3). Das war der nächste Schock, gleich nach meinem Frauenarztbesuch im Februar. Man wartet auf diesen Moment und wenn er da ist, ist man total überrascht. Erst war ich mir nicht sicher und dachte, vielleicht kann ich einfach meine Blase nicht mehr halten, aber es wurde immer mehr und hatte einfach eine andere Konsistenz. Also bin ich breitbeinig zu meiner Mutter ins Zimmer gedackelt:“ Die Fruchtblase ist geplatzt.“, ihre Antwort war:“ Wirklich?“ daraufhin bin ich erstmal duschen gegangen. Was wahrscheinlich ein Fehler war, denn sobald die Fruchtblase platzt, soll man sich eigentlich nicht mehr bewegen und liegen.

Als nächstes habe ich meinen Freund angerufen, der hat an dem Tag in unserer zukünftigen Wohnung geschlafen. Er hat sich fertig gemacht, meine Mutter und ich sind ins Krankenhaus gefahren. Dort kam ich direkt ans CTG und es waren Wehen zu erkennen, der Muttermund war 1 cm auf. Dann ging es ins Vorwehenzimmer, es war richtig schön da, wie im Hotel. Dort sollte ich die nächsten Stunden verbringen, bis der Muttermund mind. 4 cm auf ist und die Wehen regelmäßig, in kurzen Abständen losgehen.

Es geht los…

 

Mir wurde bewusst: Jetzt geht es los, die nächsten Stunden werde ich keine Ruhe mehr haben, jetzt kommt mein Baby auf die Welt.

In den nächsten Stunden haben meine Mutter und mein Freund haben mir Gesellschaft geleistet. Um 11 Uhr bekam ich einen Haufen homöopathischer Tabletten und ein homöopathisches Bauch-Öl, damit die Wehen in den Gang kommen. Mein Freund hat meinen Bauch damit massiert, das hat auch ziemlich gut geholfen, denn ab 13 Uhr ging es richtig schön los mit der Eröffnungsphase.

Meine Mutter und ich waren jetzt alleine, ich wollte es einfach so. Mein Freund musste selber zum Arzt, er hat sich nämlich, wie das Schicksal es wollte, einen Tag vorher mit dem Brotmesser sehr tief in die Hand geschnitten, es sollte genäht werden und er wurde eine Woche krank geschrieben.

Während er also zum Arzt gegangen ist, begann bei uns die Eröffnungsphase.

Ich hatte unglaublich starke Schmerzen, eine PDA gibt’s aber erst im Kreißsaal und dazu muss der Muttermund 4 cm auf sein. Vorher habe ich nie an eine PDA gedacht, weil ich sowieso dachte, dass ich mit den Schmerzen super klar komme, so schlimm konnte es ja nicht sein. Falsch gedacht, es war die Hölle.

Ich wollte sofort eine PDA, ich habe die Hebamme ständig angeschnautzt, weil es einfach so wehtat. Also weiter gequält, mit einem Tropf gegen die Schmerzen, sodass ich zwischen den Wehen eingeschlafen bin, also im 2 Minutentakt. Super anstrengend. Die erste Muttermunduntersuchung konnte nicht durchgeführt werden, weil ich mich mit Händen und Füßen gewehrt habe. Das war wie ein Kampf ums Überleben, es hat SO wehgetan. Also hat die Hebamme aufgehört und mich in Ruhe gelassen.

Das nächste mal beim Muttermunduntersuchen war es, dank dem Tropf, etwas schmerzloser, er war auch schon 4 cm auf, es war 18:39 Uhr, also ab in den Kreißsaal, natürlich nicht ohne dem typischen Wehen-Gebrüll im Gang. Hätte ich nie von mir gedacht, dass ich jemals heulend und schreiend durch ein Krankenhaus latsche. Aber in dem Moment sieht man nur sich selbst und das aber auch nicht mehr ganz klar. Man spürt einfach nur diese Schmerzen. Ich hab selbst die Hebamme und ihre Atem-Anordnungen nicht realisiert. Im Kreißsaal kam dann die Anästhesistin, die mir die PDA gelegt hat. Sehr lustig. Wie soll man ruhig, im Schneidersitz, mit einem Katzenbuckel sitzen, wenn man alle 2 Minuten die Schmerzen seines Lebens hat? Vor der PDA gab es also nochmal ein Schmerzmittel. Gespürt habe ich absolut nichts vom Legen der PDA, auch keinen Stromschlag im Bein, vor dem ich gewarnt wurde.

 

Eine Komplikation nach der Anderen

 

Kurz darauf waren die Schmerzen endlich weg, aber ich habe meinen Körper von der Brust bis zu den Zehen nicht mehr gespürt. Das hat die Anästhesistin etwas verunsichert, sie tigerte einige Zeit immer wieder zu mir, um zu sehen, ob ich meine Zehe wieder bewegen kann. „Das ist komisch, das sollte so nicht sein“ hat sie gesagt und die Hebamme meinte, dass sie wohl versehentlich eine Spinalanästhesie gelegt hat, wie für einen Kaiserschnitt. Naja gut, Schmerzen hatte ich nicht mehr, daher war mir alles egal.

Ab 18:39 Uhr lag ich also im Kreißsaal, ich sollte den Muttermund “aufschlafen“, das hat gut funktioniert, ich bin ständig weggedämmert, ich war so k.o. Meine Mutter, meine Schwester und mein Freund saßen vor dem Kreißsaal und haben mitgefiebert. Ich habe sie, wenn ich wach war, per SMS auf dem Laufenden gehalten. Die PDA wurde einmal von der Hebamme nachgelegt, die Anästhesistin meinte daraufhin, das hätte sie nicht tun dürfen, weil ich ja meinen Körper nicht mehr spürte und sie hätte mir das wohl ausdrücklich gesagt. Da erinnert man sich ja auch dran, wenn man gerade ein Baby bekommt, ist ja auch meine Aufgabe.

Um 23:45 Uhr wurde Fieber gemessen und ich bekam einen Wehentropf, damit die Wehen schneller losgehen. Der hing genau 5 Minuten an mir, da kamen um 23:50 Uhr die Hebamme und die Ärztin und sagten, dass mein Baby und ich 38 Grad Fieber haben, seine Herztöne sich verschlechtert haben und wir jetzt beginnen müssen. Durch den Tropf gab’s noch ein Antibiotikum.

Ob jemand aus meiner Familie dabei sein soll, wurde dann nicht mehr gefragt und mir war es echt relativ egal, Hauptsache jetzt passiert mal etwas. Von der Brust abwärts war ich immernoch gefühllos, das war praktisch, denn die 5 Presswehen habe ich nur als dezenten Druck nach unten gespürt und konnte in der Zwischenzeit mit der Ärztin quatschen. Das Pressen war daher echt der angenehmste Teil der ganzen Geburt. Kurz und schmerzlos.

 

Elias Leonardo erblickt das Licht der Welt.

 

Kurz vor dem Ende haben die Hebamme und die Ärztin ziemlich erschrocken geguckt, mir ist fast das Herz stehen geblieben. Stellt euch das mal vor, ihr liegt da breitbeinig und 2 Frauen gucken Dir mit nem erschrockenen Gesicht zwischen die Beine, als würde da ne Spinne hocken.

Gesagt haben sie nichts, nur, dass ich auf keinen Fall mehr Pressen soll. Die Ärztin hat sich auf meinen Bauch gestemmt, die Hebamme hat gezogen und dann war unser Elias Leonardo M. um 00:14 Uhr, am 9. September 2015, mit einem Gewicht von 3.420 g und einer Größe von 53 cm, auf der Welt. Mein Bauch war plötzlich leer, mein Baby war draußen. Von einer Sekunde auf die Nächste.

Es war kein Schrei zu hören, einfach nichts, nur Stille. Einige schrecklich lange Sekunden haben die Hebamme und die Ärztin an ihm herumhantiert, direkt zwischen meinen Beinen, sehen konnte ich daher nichts.

Dann hörte ich ein Röcheln, einen kleinen Schrei und er wurde mir auf die Brust gelegt.

Da lag ein kleines, nacktes, zartes, zerbrechliches, nasses, frisches Baby auf meinem Bauch, das erst einige Sekunden alt war – und gehörte einfach mir. Ich hab es nicht realisieren können.

Er anscheinend schon, denn er hat mich direkt angeguckt, mit dunkelblauen Augen und seiner kompletten Hand im Mund.

Liebe queen.marie.m

Ich bedanke mich erstmal recht herzlich, dass du mir deinen Bericht zur Verfügung stellst. Inzwischen ist der kleine Elias ja auch schon etwas größer und ich bin beeindruckt wie toll ihr nicht nur die Geburt, sondern nun auch den Alltag meistert. Ich mag deine ehrlichen Beiträge auf deinem Blog und freue mich auch weiterhin diese zu lesen. 

Für die Zukunft wünsche ich euch alles Gute. 

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