Geburtsbericht

Von Nicole

Die Geschichte deiner Geburt

Auf den 19.2.16 wurde dein Geburtstermin angesetzt.

 

Am 29.2. Hatte sich noch nix getan und mein Befund war noch sehr unreif. Wäre er reifer gewesen, hätte ich noch bis zum 1. Nach Hause gekonnt, aber so wurde ich gegen 11 Uhr im Krankenhaus aufgenommen, wo ich ganz leichte Wehen bekam. Dann ging es in den Kreißsaal, wo ich Pulver bekam und dann ein sehr langes ctg. Ein paar Stunden später dasselbe noch einmal.

 

Zwischendrin habe ich mein Zimmer auf Station bezogen und der Papa kam mich besuchen. Später wurde nochmal ein ctg gemacht und nach meinem Muttermund geschaut. Da war er nur 1 fingerbreit offen.

 

Die Wehen wurden im Laufe des Tages immer stärker. Ich hab dann noch 2 Zäpfchen bekommen, damit ich in der Nacht zumindest ein kleines bisschen Schlaf bekomme. Ich dachte zu dem Zeitpunkt, dass damit gemeint war, dass das ein Schmerzmittel ist, aber weit gefehlt. Die Zäpfchen waren dazu da, dass ich müde werde.

 

Meine Nacht sah dann so aus: Ich döse und aller 5 Minuten zu den Wehen wurde ich wieder wach. So ging das die ganze Nacht, außer als ich gegen 1 kurz im Kreißsaal war, weil ich dachte, meine Fruchtblase wäre gerissen. War aber falscher Alarm.

 

Gegen 7 Uhr morgens bin ich dann zurück in Kreißsaal, weil ich so schlimme Wehen hatte, dass ich weinen musste. Bin dort wieder ans ctg und dann wurde wieder nach dem Muttermund geschaut. Da war er dann, ich glaub 2 Finger breit (weiß ich nicht mehr genau). Ich bin fast verzweifelt, weil es nicht mehr war. Dann wurde ich nochmal auf Station geschickt. Ich sollte mein Zeug für den Kreißsaal zusammenpacken und vielleicht noch was essen um Kraft zu tanken.

 

Auf den Weg zurück auf Station habe ich deinen Papa zu mir beordert. Naja was heißt beordert. Ich meinte er solle langsam zu mir kommen. Auf Station hab ich dann versucht was zu essen, es wurde aber nur ein halber Joghurt und dann war der Papa schon da. Später gegen halb 10 bin ich dann mit ihm zurück in den Kreißsaal, wo ich wieder erstmal ewig lange ans ctg kam. Es hat nicht lange gedauert, bis vor Schmerzen der Joghurt wieder aus mir 'geflüchtet' ist.

 

Danach wurde wieder Muttermund geschaut. Ich glaub es waren 4cm, aber sicher bin ich nicht… Dann bin ich endlich in ein Geburtszimmer gekommen (gerade in das was ich wollte, weil ich eigentlich eine Wassergeburt wollte).

Dort musste dann mein Darm entleert werden. Dafür wurde ich allein gelassen. Es war gar nicht so schlimm, wie man sich das vorstellt. Naja danach durfte ich ein Bad nehmen. Das hat so unheimlich gut geholfen... Ich würde es wirklich jedem raten.

 

Ich hatte mir zuvor ein Bikinioberteil angezogen, worüber ich letztendlich froh war, weil ich dann gefragt wurde, ob der Oberarzt und seine Frau mal kurz reinschauen dürften. Ich hab das bejaht. Die Frau des Oberarztes hatte noch nie den Kreißsaal gesehen und ihr Mann holte das gerade da nach Ich fand es eigentlich witzig als ärgerlich. Nun zurück zum Thema:)

 

Hatte da in der Wanne auch wieder ein ctg dran. Den Fehler, dass ich nur ca. 1h in der Wanne bleibe, mache ich sicher nicht noch einmal. Nach dem Bad, wurden die Wehen dann richtig schlimm. Aus der Wanne raus, wurde ich dann aufs Bett buxiert und gleich wieder ctg. Die Zeit bis es dann mal richtig ernst wurde, hab ich kaum noch im Gedächtnis. Irgendwann kam dann die Hebamme und die Schwester, die ich dann schlussendlich bei der Geburt dabei hatte. Die mussten dann aber nochmal weg und haben lange gebraucht bis sie wieder da waren. Dann ging es ans Eingemachte, nachdem sie nochmal geschaut hatten, was mein Muttermund macht. (Was jetzt folgt könnte möglicherweise auch in anderer Reihenfolge geschehen sein. Sicher weiß ich nur noch, dass es mit dem Wehentropf anfing und mit dem Schmerzmittel endete)

 

Da du nach wie vor keine Anstalten machtest raus zu kommen, kam da dann der Wehentropf. Oh wie ich ihn gehasst habe. Den wünsche ich echt niemanden. Der war so schlimm. Irgendwann wurde dann meine Fruchtblase geöffnet, was alles nur noch viel schlimmer machte, da auch noch der Wehentropf höher gestellt wurde. Aber wohlgemerkt. Die Hebamme wunderte sich etwas, weil es ihrer Meinung nach, etwas wenig Fruchtwasser war.

 

Ich habe den Verdacht, dass ich doch schon einen kleinen Riss hatte, als ich die Nacht um 1 im Kreißsaal war. Zurück zum Thema.

 

Letztendlich war der Wehentropf so hoch, dass ich keine Wehenpausen mehr hatte. Daran bin ich echt verzweifelt, weil ich mich auf gerade dieses Wissen (dass nach jeder Wehe eine Pause kommt) gestützt hatte.

 

Ich musste mich dann auch auf die linke Seite legen, was ausgerechnet die Position war, die die schlimmsten Schmerzen machte. Ich hab geweint wie ein Schlosshund... 1x stand ich kurz davor zu Hyperventilieren. Ich hab mich zwischendurch irgendwann auch übergeben und ich hatte das Bedürfnis mit irgendwas um mich zu schlagen, aber ich konnte mich gerade noch davon abgehalten, dass mit dem Stillkissen zu tun. Stattdessen habe ich das Stillkissen getreten. Letztendlich haben sie mir ein Schmerzmittel gegeben. Das Mittel hat mich ziemlich benommen gemacht. Die Hebamme hatte gemeint, ich solle die Augen schließen, weil man sich dann wie betrunken vorkommt. Das Mittel milderte die Schmerzen ein kleines bisschen, so dass ich es schaffte mit den Schmerzen besser umzugehen, dass die Sache ein Ende nehmen konnte.

 

Dein Papa ist bis heute der Meinung, dass ich ihn irgendwann hab beißen wollen.. Irgendwann kam dann der Arzt, der sagte, dass ich auf die Hebamme hören soll. Der Papa erzählte mir ein paar Tage später, dass der Arzt zeitiger gerufen wurde, weil dein Puls abgesackt ist.

 

Mittlerweile lag ich auf den Rücken. Das rechte Bein auf der Hebamme abgestellt, dass linke entweder bei der Schwester oder beim Arzt. Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich tippe auf die Schwester. Der Papa hielt während der Wehen meinen Kopf mit auf meiner Brust. Meine Arme sollten meine Beine halten, weil ich zu viel Kraft in den Beinen hatte und die Hebamme so von mir weg schob.

Mehrmals sagte meine Hebamme, dass sie schwarze Haare sähe, was mir vermutlich Kraft geben sollte. Mich hat das aber kaum interessiert, weil ich immer wieder spürte, dass dein Köpfchen zurückging, wenn eine Wehe pausierte und das machte mich verrückt. Ich sagte die ganze Zeit deinen Namen, weil ich mich erinnern musste, wofür ich die Schmerzen ertrug.

 

Um 17.27Uhr warst du dann endlich auf der Welt, bei mir und Papa. Ich spürte bei der letzten Wehe richtig, wie du aus mir heraus kamst. Die Nabelschnur wurde von der Hebamme durchtrennt und dann kamst du schon zu mir.

 

Dann mussten sich der Arzt und die Hebamme noch um meine Planzenta kümmern. Ich hab einfach nur gemacht, was sie zu mir sagten.

 

Ich war so glücklich, dass du nun da warst und du warst so wunderschön. Auf deinen 1. Schrei haben kurz warten müssen. Vermutlich lag das da dran, dass du unter der Geburt Fruchtwasser geschluckt hast.

 

Der Arzt hat mich dann noch genäht, weil ich gerissen war. Dann wolltest du gleich an meine Brust zum Trinken. Ganz schön lange hast du getrunken.

Die Hebamme fragte uns irgendwann nach deinen Namen und schrieb ihn sich auf ihren Arm, damit sie ihn nicht falsch aufschrieb. Leider konnte dann der Papa nicht mehr bei uns bleiben, weshalb er dann auch dein 1. Bad und die 1. Messung verpasst hat.

Als ich allein mit dir war, erzählte ich dir wie wunderschön du bist, wie sehr wir dich lieben und dass wir immer auf dich aufpassen würden.

 

Du wogst 4220g, warst 53cm groß und hattest einen Kopfumfang von 36cm.

 

Dann war ich an der Reihe. Wegen des Schmerzmittel war ich noch nicht ganz bei mir. Ich hatte das Gefühl, dass ich beweisen musste, dass ich funktionierte. Deshalb hatte ich es vermutlich ziemlich eilig ins Bad zu kommen. Dort wurde ich abgeduscht. Anfänglich kam ich mir doof vor, weil ich es nicht selber tat.

Die Hebamme meinte ich sollte es langsamer angehen lassen. Immerhin hatte ich gerade eine Geburt hinter mir.

Irgendwann fragte die Hebamme , ob ich nach dem Schmerzmittel es eilig hatte. Ich sagte zwar ja, dass ich es hinter mich bringen wollte, aber in Wirklichkeit hab ich mich nicht wirklich mit Absicht beeilt. Ich habe einfach nur gemacht was mein Körper mir sagte.

 

Als ich fertig war mit Duschen, schaute ich ständig nach dir, weil ich Angst hatte, dass du von dem Wickeltisch fallen könntest. Zum Schluss hat die Hebamme noch all meine Sachen zusammen gepackt.

Eine Schwester von Station kam dann und hat uns geholt. Ich saß im Rollstuhl und habe dich gehalten. Auf Station angekommen, gab ich dich ab, damit eine Ärztin dich anschauen konnte, ob alles okay mit dir war. Ich wurde zu unserem Zimmer gefahren. Die Schwester erzählte mir, dass meine neue Zimmernachbarin schon ständig nach mir fragte, weil sie neugierig auf uns war.

 

Im Zimmer angekommen, wurde ich dann ganz lieb begrüßt. Die Schwester erklärte mir einiges und ich versuchte alles zu behalten.

 

Als wir im Bad waren und ich das 1. Mal wieder Pipi machte, fragte mich die Schwester ob ich noch neben mir stünde. Ich bejahte das und das entsprach auch der Wahrheit. Außerdem wollte ich immer noch beweisen, dass ich 'funktionierte'. Ständig fragte mich die Schwester ob mir schwindelig war, was es aber nie war.

 

Als ich dann mit unserer Zimmernachbarin allein war, erzählt ich ihr von deiner Geburt. Sie hat das wirklich interessiert und für mich war es toll, weil ich so etwas Verarbeitungsarbeit tat und weil ich durch das Schmerzmittel noch immer etwas neben mir stand.

 

Während ich ungeduldig auf dich wartete, schrieb ich einigen Leuten, dass du endlich auf der Welt warst. Irgendwann kamst du dann endlich. Ich war gleich wieder so glücklich, dass du wieder bei mir warst. Ich stellte dich unserer Zimmernachbarin vor, auch sie war total verliebt in dich. Irgendwann kamst du auf meine Brust zum Kuscheln. Nach Schlafen war mir noch gar nicht und unserer Zimmernachbarin auch nicht. Irgendwann machte ich das 1. Foto von uns Beiden. Ich liebe es bis heute noch so sehr. Ich schickte es gleich noch hinterher.

 

Irgendwann kam die Nachtschwester. Du hattest gepullert, also ließ ich sie dich gleich wickeln. Ich schaute zu und sie zeigte mir noch, wie ich dich Anziehen musste. Dann gingen wir zum Kuscheln zurück. Du lagst dann neben mir. Ich redete noch eine ganze Weile mit unserer Zimmernachbarin, bis wir glaub ich gegen 1 Uhr das Licht ausmachten.

 

Irgendwann kam dann nochmal die Nachtschwester und ich gab dich ihr mit vor. Eigentlich wollte ich das nie, aber da du ja Fruchtwasser geschluckt hattest, spucktest du viel und ich hatte Angst, dass ich es nicht mitbekam, falls du keine Luft bekamst. Dann habe ich ein paar Stunden geschlafen. Und damit mache ich hier an dieser Stelle Schluss. 

Danke liebe Nicole für deinen Bericht, den du extra für deinen Sohn geschrieben hast.

Ich wünsche euch für die Zukunft nur das Beste.

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