Geburtsbericht

Von Jennifee90

"Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt"

19.12.2016
Meine Nacht war äußerst unruhig, obwohl ich in der ganzen Schwangerschaft nie Probleme mit dem schlafen😪 hatte. Der Druck nach unten war heute besonders kräftig also ging ich am Nachmittag 1 Stunde spazieren. Nach dem Spaziergang waren die Wehen sehr deutlich, jedoch unregelmäßig zu spüren. Am Abend nahm ich noch ein heißes Bad🛀, die Wehen gingen nicht weg. Okay, sie sind also echt...

Nach 2 Stunden Schlaf...😪

20.12.2016
Gegen 4Uhr wachte ich wieder auf. Toll ganze zwei Stunden geschlafen 😥
Es dauerte nicht lange und auch mein Partner lag wach neben mir. Ich begann die Wehen zu messen alle 8-5min. Okay abwarten und Tee trinken noch sind sie nicht so schlimm. Und irgendwie dachte ich auch immer noch "Ob das auch wirklich Wehen sind!?" Alle sprachen doch immer von Schmerzen? Ein ziehen im Rücken? So fühlt sich das aber gar nicht an. 🤔
Gegen 7Uhr konnte ich nicht mehr liegen also sind wir aufgestanden, haben eine Kleinigkeit gegessen und haben angefangen uns fertig zu machen. Eine Stunde später habe ich im Kreißsaal angerufen. Schwester G. war im Dienst, ich sagte ihr das ich "glaube" Wehen zu haben (ja glaube, ist ja das erste mal für mich, was weis ich wie sich das anfühlt) 😂


Gegen 8.45Uhr waren wir dann im Krankenhaus, die Wehen kamen jetzt alle 3-5min und ich musste sie auch schon etwas veratmen. Im Kreißsaal wurde ich ans CTG angeschlossen. Aber meine Wehen zeichnete es komischerweise nicht wirklich auf. Ich dachte schon "Na toll doch keine Wehen..." Mumu war zu dem Zeitpunkt glaube 1-2cm auf aber noch hart. Dann ging es zur Untersuchung zum Arzt. Dieser Arzt würde mir noch im Gedächtnis bleiben, das wusste ich ja aber jetzt noch nicht.
Ergebnis:  Plazenta 3ten Grades verkalkte, Fruchtwasser wenig, schon hart an der Grenze. Alles nichts neues für mich. Aber der Babymann war noch gut versorgt. "Also Frau R. sie werden die Klinik nicht mehr ohne Baby verlassen, das steht fest. Aber da die Wehen noch nicht wirklich da sind, haben sie jetzt die Wahl. Entweder gehen sie jetzt 1 Stunde laufen und die Wehen setzen ein oder wir fangen das Einleiten an." WAS!? EINLEITEN!? NEIN NEIN NEIN DAS WOLLTE ICH DOCH NICHT 😣 Also entscheiden wir uns eine Stunde spazieren zu gehen. Hebamme G. Erwartete uns gegen 10Uhr zurück im Kreißsaal. Im Garten der Klinik angekommen sind die Tränen auch schon geflossen... 😭 *Ich will nicht eingeleitet werden, warum auch eigentlich hat er doch noch 2 Tage bist zum ET und versorgt wird er doch auch noch gut. Aber das wenige Fruchtwasser!? Ich will ihm ja auch nicht Schaden, wenn ich mich gegen eine Einleitung stelle...* Mein Partner versuchte mich aufzubauen, doch es nutze nicht viel... Da der Garten der Klinik sehr klein war, sind wir in den umliegenden Straßen umher gelaufen, was mir irgendwann immer unangenehmen wurde, da ich in einer Wehe irgendwann immer stehen bleiben musste und sie noch mehr veratmen musste. Trotz das es mir unangenehm war sind wir noch in einen Supermarkt, da der Göttergatte hunger hatte. 😁

Der Mann darf natürlich nicht verhungern.
Zurück im Kreißsaal merkte man mir deutlich an, dass ich Wehen habe, auch das CTG zeichnete dieses nun endlich auf. JUHUUU nix mit Einleitung, jetzt geht's los. 😋
Ich veratmete fleißig meine Wehen und kreiste das Becken als gegen 12Uhr die Hebammen G. und H. herein kamen. "Der Arzt meint wir sollen langsam mal ein Kind bekommen. Wir öffnen jetzt die Fruchtblase." WAS!?  WARUM DAS DENN!? DER TUT JA SO ALS WÄREN WIR HIER SCHON EWIG... Nun gut da ich im Moment kein Argument hatte es nicht machen zu lassen, wurde die Fruchtblase geöffnet. Darauf hin wurden die Wehen noch stärker und ich musste immer kräftiger veratmen. Irgendwann bekam ich auch noch zwei Buscopan Zäpfchen, weil der Mumu noch so hart war. Ob das jetzt vor dem öffnen der Fruchtblase oder danach war, kann ich nicht mehr sagen. Nach einiger Zeit fragte ich Hebamme H. wann sie den empfehlen würde ,das man in die Wanne geht. Da sie meinte das ich jeder Zeit in Wanne könnte entschied ich mich für ein heißes Bad. Gott war das heiß, 😥 aber auch sehr angenehm. 😄
In der Wanne bekam ich dann noch ein Schmerzmittel über den Tropf verabreicht. Nicht weil ich Schmerzen hatte oder die Wehen nicht ausgehalten hätte. Nur weil Hebamme G. meinte das es mich lockerer machen würde und dadurch der Mumu weiter auf gehen würde. Von dem Tropf wurde ich auf alle fälle ganz schön benebelt im Kopf.

Irgendwann wollte ich aus der Wanne wieder raus. Da ich mich aber so benebelt fühlte wollte ich nicht mehr rum laufen und die Wehen waren in der Wanne viel angenehmer als draußen. *wäre ich nur drin geblieben* Und dann ging es los...
Die Presswehen setzten ein. Ich hätte ja nie gedacht das wenn die Hebamme sagt, man soll die Presswehe nur veratmen, dass das auch wirklich geht. Aber es geht 😂
Nur leider wollte der kleine Mann trotz Presswehen nicht raus 🙁 Man stellte fest das der Kleine zwar in der Wehe nach unten rutscht aber sobald die Wehe abklingt rutscht er wieder nach oben 😣 also wurde alles probiert. 4Füssler, in der Hocke, ... ich bekam auch einen Wehentropf, damit die Presswehen länger waren und der Babymann mehr Zeit hat nach unten zu rutschen.. Nichts.. dann Drückte mir der Oberarzt das erste mal mit voller Wucht auf den Bauch.. Nichts...
Und dann ging alles Unheimlich schnell. 😕Nun standen bestimmt 5 Menschen im Kreißsaal und alle wirkten hektisch. Hebamme H. Fragte meinen Partner ob er evtl. das Zimmer verlassen wollen würde. (Wir hatten ihr vorher erzählt was er alles verträgt und auch das er kein Blut sehen kann) also ging er hinaus. Die Chefärztin sagte der Kinderarzt soll gerufen werden, ein anderer soll noch nicht nach Haus "evtl. OP" Es wurden einige Sachen bereit gelegt und dann sagte man mir, dass man den kleinen JETZT holen müsse. Der Oberarzt neben mir legte mich ganz flach, sagte mir wo ich meine Hände hin legen sollte und das er Platz auf meinem Bauch braucht..
Bei der nächsten Wehe ging es los... der nette Oberarzt "sprang" mir mit voller Kraft auf den Bauch, er war noch nicht richtig wieder unten, sagte er "und jetzt nochmal" *oh gott 😲* ich brachte noch heraus das ich keine Luft bekomme, da lag er auch schon wieder auf mir. Und Henning war da. Mein kleiner Mann erblickt mit 3510g und einer Größe von 51cm um 17.36Uhr das Licht der Welt 😍 Er wurde abgesaugt und gleich den Hebammen gegeben. Der Kinderarzt kam rein und übernahm meinen kleinen Jungen. Die Hebammen und der Oberarzt kümmerten sich um meine Nachgeburt. Man machte sich noch kurz Gedanken, da wohl viel Blut mit kam, aber an der Plazenta war alles dran *gott sei dank* Dann würde ich von dem Oberarzt genäht... oh gott das Schlimmste. Trotz Betäubung merkte ich alles.. ich haben ihn auch immer wieder darauf hingewiesen dass das Weh tut und ob er nicht vorsichtiger machen könnte. Er war sehr nett, entschuldigte sich immer wieder und hatte sich von der Hebamme sogar extra noch eine dünnere Nadel geben lassen. Damit "die tapfere Frau" (wie er mich nannte) nicht noch mehr Schmerzen hätte. Während der ganzen Zeit beobachtete ich meinen kleinen Jungen und den ersten Kontakt von Vater und Sohn. 😍 Und heulte was das Zeug hielt.. die Situation war schrecklich.. Freude, Glück und Angst. Irgendwann wurde mir mit geteilt was denn genau los war. Henning stack in Beckenmitte fest, er ist nicht richtig runter gerutscht weil er die Nabelschnur um den Hals hatte, warum dann alles so schnell gehen musste war, weil das Fruchtwasser grün wurde und die Herztöne von Henning schlecht wurden. Haarscharf am Kaiserschnitt vorbeigeschlittert. Dann waren wir endlich allein im Kreißsaal, endlich hatte ich meinen kleinen Jungen auf meiner Brust und meinen Lieblingsmenschen an meiner Seiten und wir genießen die ersten Augenblicke als kleine Familie.

2 Stunden nach der Geburt wurden wir dann auf Station gebracht. Ich kam in ein Doppelzimmer was noch leer war. Wir genießten noch etwas die Zeit als kleine Familie und stärkten uns etwas von der Geburt. Dann kam die Nachtschwester und wollte meinen Sohnemann mitnehmen.. 😟 Ich hab ihn doch erst bekommen und soll ihn gleich wieder abgeben!? Ich sagte ihr, dass ich das nicht möchte. Sie meinte jedoch, dass sie ihn noch beobachten müsste und bot mir an ihn mir zur hälfte der Nacht wieder zu bringen. Damit gab ich mich zufrieden und nahm das Angebot an. Gegen 21Uhr verließ mich dann mein Lieblingsmensch und ich war allein, allein in einem fremden Zimmer, ohne Mann, ohne Baby und mit vielen Gedanken, die über mir zusammen brachen und ich begann wieder das Weinen.. 😭 irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen und um Punkt Mitternacht war ich wieder hellwach 😁 *Wo bleibt mein Baby!?* Da nach einer halben Stunde immer noch keiner kam und draußen ein Kind weinte, klingelte ich, um mich nach meinem Sohn zu erkundigen. Die Schwestern meinte gleich dass das Kind was da weint nicht meins wäre. Deswegen wollte ich trotzdem wissen wie es meinem Sohn geht. Er würde wohl schlafen und sie bringt ihn mir so bald er wach ist. Nach 15min kam sie und brachte mir meinen weinenden kleinen Mann. 🙁 und ich bin immer noch der Meinung dass das Kind was da geweint hatte doch mein Kind war. Egal... nun war er endlich bei mir und ich gebe ihn nie mehr her.

Liebe Jennifee90 

Unsere beiden Babys sind am gleichen Tag geboren und auch deine Geburt war leider nicht die schönste. Doch wir haben es geschafft und nun gucken wir alle positiv in die Zukunft 

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