Geburtsbericht

Von Anonym 4

Geburt im Sommer 2016

Am 20.06.2016 war ich bei 39+0, ich dachte mir ich habe noch ne Woche Zeit aber ehrlich gesagt wollte ich nicht mehr, ich war müde und kaputt. Die letzen 4 Wochen waren sehr anstrengend, man war sehr stark in der Bewegung eingeschränkt, die Nächte waren sehr kurz und anstrengend, ich konnte kaum schlafen in der Nacht, ich musste oft zur Toilette, meistens stündlich, ich wusste nicht mehr wie ich liegen soll, sobald ich eingeschlafen bin, hat mich mein kleiner Schatz in meinem Bauch wieder wach getrampelt, obwohl er nicht mehr viel Platz hatte im Bauch, war er sehr aktiv und hielt mich auf trapp. Dazu kam, das es draußen Hitze pur war, Sommer eigentlich Super, aber nicht wenn man Hochschwanger war.

 

Ich fühlte mich am Tag relativ Fit und hätte auch was zu Hause machen können, körperlich war mir sehr übel den ganzen Tag und ich musste ständig zur Toilette, ich hatte schon zu meinem Mann gesagt, das ich das Gefühl habe mich zu entleeren, bin sehr spät ins Bett gegangen und muss sagen die Nacht zum 21.06. habe ich gut geschlafen, am Morgen gegen 07.50 wurde ich wach weil ich mal wieder zu Toilette musste, ich wollte mich zu Seite drehen und fühlte wie mir das Wasser weg lief in Mengen, und ich schreckte auf und sagte nur zu mein Mann „die Fruchtblase ist geplatzt“, er sprang auf und holte mir ein Handtuch, ich wollte ein weißes haben damit ich sehen wie das Fruchtwasser ist, ich legte es unter mich und blieb noch etwas liegen, beim Aufstehen lief mir weiterhin das Fruchtwasser weg. Das Fruchwasser war klar und farblos, ich bin ins Bad gegangen und machte mich etwas frisch, dann rief ich im Krankenhaus an und sagte, dass ich mich bald auf dem Weg mache, ich hatte mich 2 Wochen zuvor da angemeldet und die wussten Bescheid.

Eigentlich wollte ich noch Duschen gehen, aber mein Mann hatte Panik in den Augen er war schon fertig angezogen und hatte Autoschlüssel in der Hand und wollte am liebsten sofort losfahren, ich war da noch entspannt, es war mein zweites Kind und ich wusste ungefähr was auf mich zukam, ich hatte das Gefühl es würde einfacher werden als bei der ersten Geburt, da man immer überall hörte es ist leichter beim 2 Kind, aber ich lag total daneben J.

Es war mittlerweile gegen 9 Uhr und die Tasche war fertig gepackt und wir sind losgefahren zum Krankenhaus, ich hatte noch keine Anzeichen von Wehen und war total entspannt.

Zum frühstücken hatten wir keine Zeit, da mein Mann mich gedrängt hat das wir fahren müssen, und da ich auch von der ersten Geburt wusste, dass der Körper sich entleeren wird, wollte ich nicht unbedingt was essen.

 

Ca. 09.30 standen wir vor dem Kreißsaal zur Anmeldung, ich wurde mit meinem Mann in einen kleinen Raum gebracht, wo nur eine Liege mit CTG Gerät stand, es musste erst CTG geschrieben werden, dann kam die zuständige Hebamme und führte eine Untersuchung durch und prüfte wie weit der Muttermund war, er war nur bei 1 cm, ich fühlte immer noch nichts und laut CTG auch keine Wehentätigkeiten, dann musste ich ins Arztzimmer zur Untersuchung und ich muss sagen die Ärztin war nicht grad meine Traumärztin, sie war sehr grob und nicht besonders gesprächig. Ich hoffte nur, dass ich eine andere bekomme, beim Ultraschall ist raus gekommen, dass der Kleine mittlerweile bei 3600g war, es war schon ca. 11:00 und uns wurde gesagt wir sollen erstmal spazieren gehen, evtl. was essen gehen und erst um 14 Uhr wieder zu Untersuchung kommen. Wir sind erstmal was essen gegangen, denn ich hatte schon einen Bärenhunger, danach waren wir draußen spazieren.

 

Meine Eltern wussten mittlerweile Bescheid das es losging, eigentlich wollte ich keinem Bescheid sagen, aber mein Mann meinte wir müssen es ihnen sagen. Ich hatte auch eine Nachricht an meine Tochter geschickt, damit sie Bescheid weiß wo wir sind.

 

 

Gegen 12 Uhr bekam ich schon spürbare Wehen, mal waren das alle 15 min, mal war das alle 5 Minuten, ich wusste das Bewegung gut sein soll und das es besser fortschreitet, also waren wir die ganze Zeit am laufen rund ums Krankenhaus, es wurde von Wehe zu Wehe immer schmerzhafter und ich dachte eigentlich das ich im Laufe des Nachmittags mein Baby schon im Arm halten werde.

 

Gegen 14 Uhr sind wir zum Arzt noch mal zu Untersuchung, die Hebamme hat uns einen Raum zu Geburt bereitgestellt, dort musste ich wieder an CTG, erst wurde CTG geschrieben und ich hatte noch keine sichtbaren Wehentätigkeiten laut CTG, was mich sehr erstaunt hat, denn ich hatte schon schmerzhafte Wehen gehabt, nach einer halben Stunde kam die zuständige Ärztin und zum Glück war das eine andere als am Morgen, sie schaute nach Muttermund und es war nur bei 3 cm, ich dachte ich wäre schon viel weiter. Die Ärztin meinte nur das es besser wäre wenn ich was zu Einleitung kriege und das es etwas schneller voran geht, ich war damit einverstanden. Also kriegte ich gegen 16:30 Gel was um Muttermund aufgetragen wird und das ganze sollte schneller voran gehen, auch wurde ich nach Schmerzmittel oder sonstiges gefragt, Ich lehnte alles ab.

 

Ich hatte meine erste Tochter schon ohne Schmerzmittel bekommen und wollte auch meinen Sohn ohne Schmerzmittel zu Welt bringen. Da ich der Meinung bin, dass das kleine Wesen sich auch sehr quält durch den Geburtskanal, es ist für ihn auch sehr schwer, er wird aus einer sicheren, warmen, leisen Welt rausgedrängt und muss auch einiges ertragen, warum sollte ich es besser haben? Denn durch die Schmerzmittel verspürt der Körper nicht das was er eigentlich sollte und es werden zum Teil auch nicht die Hormone und in der Anzahl ausgeschüttet wie bei einer normalen Geburt. Der Körper reagiert ganz anders auf die Geburt als wenn es mit Schmerzmittel stillgelegt wird.

 

Das Gel musste 30 min einwirken und in der Zeit durfte ich mich nicht bewegen, anschließend sollte ich bis 18 Uhr spazieren gehen. Gegen 17:30 bekam ich die ersten richtigen Wehen, es wurde jedes mal immer intensiver und stärker, ich konnte schon kaum laufen und musste mich ständig übergeben. Ich lief durch das Krankenhaus mit Kotztüte  und musste schon mich zusammenreißen nicht loszuschreien. Also beschloss ich wieder in das Geburtszimmer zu gehen, um nicht die Leute zu erschrecken.

 

Gegen 18:30 kam die Ärztin und untersuchte mich und ich hatte nur 4 cm Muttermund auf, ich war sprachlos, bei den Schmerzen dachte ich, ich wäre viel weiter. Sie meinte nur ich muss noch mal zur Toilette gehen und mich entleeren. Ich bekam ein Zäpfchen als Hilfe, was ich auch tat, was sich aber als nicht so einfach erwies, mit Wehen zwischendurch. Aber was sein muss, muss sein, auch das Gehört zur Geburt dazu. Danach bin ich wieder zurück aufs Zimmer und es wurde auf einmal immer heftiger, die Schmerzen immer schlimmer, ich bekam sehr starken Durst und trank wie verrückt aber alles was rein kam, kam kurze Zeit später wieder raus, die Hebamme gab mir paar Tipps was ich machen könnte wie ich die Wehe wegatmen kann. Im Nebenzimmer hörte ich wie meine Zimmernachbarin das Krankenhaus zusammen schrie vor Schmerz. Ich dachte nur, ne so schreien werde ich sicher nicht. Die Wehen wurden immer heftiger ich musste mich hinlegen, es war so gegen 19 Uhr.

Auch ich fing an zu schreien, jede Wehe immer heftiger das Gefühl als würde mein Körper auseinander gerissen, ich bekam Schweißausbrüche und ich schrie wie immer lauter. Mein Mann fing schon auch an den Klugen zu spielen, ich muss so atmen und so und die Hebamme auch sie müssen das so und so machen. NEIN ich mache so wie ich meine und so wie ich mich am besten fühle gegen 19:30 war ich nur am brechen, die Ärztin kam und untersuchte mich.

 

Ich war bei 9 cm innerhalb 1 Stunde waren es 6 cm deswegen die heftigen Schmerzen, und dann sagte Sie durch das Gel sind die Wehen schmerzhafter, das hat mir keiner gesagt. Die Ärztin meinte nur es geht bald los, nur noch wenige Minuten. Die Hebamme bereitete alles vor und die Ärztin kam dazu und nu spürte ich schon die Presswehen, ich war schon wie ausgeleiert ganzen Tag auf den Beinen und die letzen Stunden waren echt schwer und schmerzhaft. Ich hatte mich nur wenig unter Kontrolle, die Hebamme fing nun an mir zu sagen was ich zu tun habe, das Kind war auf dem Weg und kurz davor die ersten Atemzüge zu machen. Ich riss mich zusammen und hatte all meine Kraft die ich noch hatte zu benutzen für mein kleinen Schatz, die nächste Presswehe ich drückte das mir fast der Kopf platze und noch mal und noch mal und nun war das Köpfchen raus, hingucken konnte ich nicht aber ich spürte das die Schmerzen etwas nachgelassen haben und nun die Letzte Presswehe und da hatte ich alles aus mir rausgeholt und es war die letzte Wehe zu gleich, denn da war er mein kleiner Schatz, die ersten Schreie, er wurde etwas sauber gemacht mit Handtuch und mir auf die Brust gelegt, er war ruhig, die Augen offen und diese guckten mich groß an.

 

…Hallo mein Schatz, wir haben auf dich gewartet, schön das du endlich da bist….

 

Nach ca. halben Stunde wurde die Nabelschnur getrennt und er wurde gewaschen und ausgemessen, bekam seine erste Pampers an und wurde mir auf die Brust gelegt, wo er dann friedlich eingeschlafen ist.

 

 

Und ab diesen Augenblick steht die Welt Kopf, es ist nichts mehr so wie es war. 

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt eures Sohnes. Wahnsinn das du die Geburt bewusst ohne Schmerzmittel durchgestanden hast.

Alles Gute auch für die Zukunft.

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