Geburtsbericht

Von Anonym 2

17.8.16 Dein errechneter Geburtstermin.

Wieder eine Kontrolle im Krankenhaus ob alles OK ist mit dir. Alles bestens. Eine Hebamme gab mir ein Rezept für einen Wehenfördernden Tee den ich dann Tag für Tag trank, aber du hast dich zu wohl in meinem Bauch gefühlt.

Ich bekam den nächsten Termin zur Kontrolle.

 

22.8.16 Wieder ins Krankenhaus. Alles bestens mit dir und es schien auch nicht so, als ob du rauskommen wolltest. Aber Papa und Mama waren ja schon so gespannt wie du wohl aussehen wirst. 

Wieder warten auf den nächsten Termin.

 

25.8.16 Nächster Kontrolltermin. Alles OK mit dir. Der Arzt sagte mir, dass wir dir noch 2 Tage Zeit geben um zu schlüpfen, wenn du nicht alleine kommen willst, wird Eingeleitet. Ich bekam einen Termin wann wir zur Einleitung im Krankenhaus sein sollen. 

Die zwei Tage vergingen sehr langsam.

 

27.8.16 Samstag in der Früh! Der Tag an dem du eingeleitet wirst! 

7:00 Wir standen gemütlich auf, ich ging duschen und Papa ging eine Zigarette rauchen. 

 

Um 8:10 machten wir uns schön langsam auf den Weg ins Krankenhaus, davor noch ein Zwischenstopp auf der Tankstelle. Papa wollte noch einen Energieschub bevor es losging. Papi und Mami stellten sich in die Tiefgarage. Papa rauchte noch gemütlich eine und dann gingen wir hoch zum Kreissaal. Ich meldete mich bei der Hebamme bei der Anmeldung. Sie gab mir einen Becher zum Urinchecken. Leider passte der überhaupt nicht da ich noch nicht wirklich viel getrunken habe in der Früh. Also erstmal 5 Gläser Wasser trinken und dann nochmal. Ich würde gleich ans Ctg gehängt um zu schauen ob deine Herztöne gut waren. Alles passte.

 Dann hieße es kurz auf deinen Arzt warten der uns aufklärte wie es weitergeht. Sie holte mich rein und schallte meinen Bauch. Sie sagte mir sie würde mir ein Bändchen legen, dass man, wenn die Wehen zu stark werden wieder entfernen kann. Ich ging zu deinem Papa raus und sagte ihm, dass es wohl jetzt bald losgehen wird. Er war überrascht das es jetzt so schnell ging und konnte es kaum glauben. Ich wurde noch mal ans Ctg gehängt ob alles passt. Alles bestens und die Hebamme meinte, dass du wohl heute noch kommen wirst da die Wehen schon sehr regelmäßig waren. 

 Ich wurde angemeldet und bekam mein Zimmer. Zimmernummer 16. Ich richtete mir alles ein und dann sind dann Papa und ich an die frische Luft gegangen. Die zwei Stunden bis zum nächsten Ctg vergingen ziemlich schnell. 

 

12:30 Wieder rauf zum Ctg. Angehängt für eine halbe Stunde, alles passte. Wieder Zwei Stunden warten für das nächste Ctg. 

 

15:00 Nächstes Ctg. Da du am Schlafen warst wurde mir ein Tuch mit Zitronenduft gegeben an dem ich riechen sollte damit du munter wirst. Hat super funktioniert. Aber ich musste eine Stunde am Ctg hängen.

Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir im Freien vorm Krankenhaus auf einer Parkbank. Mit Bananenmilch. Einfach zu lecker.

 

17:30 Das sollte woll das vorletzte Ctg an diesem Tag sein. Wenn sich nichts getan hätte, hätten sie mir am nächsten Morgen ein neues Bändchen gelegt. Nun ja, dazu kam es nicht. 

 Ich saß auf diesem gemütlichen Stuhl und lies mein Ctg schreiben, irgendwas passte aber nicht und die Hebamme hat mich gebeten mich auf die Liege zu legen. Gemacht, getan. Eine zweite Schwangere kam herein um ihre Bauchschmerzen zu checken. 

 

Plötzlich wurde es hektisch um mich herum. Sie schickten das andere Paar wieder aus dem Raum. Die Hebamme rief sich einen Arzt zur Hilfe. Fünf weitere Hebammen standen um mich herum. Die eine Hebamme entnahm mir das Bändchen, eine andere legte mir einen Sauerstoffschlauch um den Kopf und noch eine andere spritze mir Wehenhemmer in meinen Venenzugang.

Dann kam der Arzt und schaute sich dein Ctg an. Immer wieder schwere Herzanfälle von deinem kleinen Herz.

Ich hatte schon starke regelmäßige Wehen, die ich aber nicht gespürt habe.

Ich wurde nervös und fing an zu weinen und zittern. Hatte tierische Angst um dich. 

 

Der Arzt tastete noch meinen Muttermund, doch der war noch komplett verschlossen. Er sagte uns wenn dein Herz noch ein paar Mal solche Abfälle zeigt müssen sie dich per Kaiserschnitt holen. 

 

Eine Schwester brachte mir mein Bett aus meinem Zimmer. Ich wurde ans Dauer Ctg angehängt, um dich die ganze Zeit zu überwachen. Wie ich finde verging die Zeit ziemlich schnell. 

Ich musste so ziemlich jede halbe Stunde aufs WC. Und da merkte ich irgendwas stimmte nicht, denn ich verlor ziemlich viel Blut, dass aber wieder weniger wurde. 

 

Dein Papa war genau so nervös wie ich, doch er hat es mich nicht spüren lassen. Er wollte mich nicht noch mehr verrückt machen. Dafür lieb ich ihn. Er beobachtete deine Herztöne jede Minute und hat uns nicht aus den Augen gelassen. Jedes Mal wenn er sah das dein Herz weniger schlug wollte er, dass ich der Hebamme drücke. Aber ich wusste, dass sie alles nebenan mitverfolgten. 

 

21:00 oder war es schon später? Ich kann es nicht mehr sagen. Die Hebamme kam herein und schaute sich das ctg nochmals genauer an. Dann rief sie denn Arzt von vorher an. 

Er kam wenige Minuten danach zu uns ins Überwachungszimmer, mit einem Ultraschallgerät. Er schallte meinen Bauch um zu sehn ob du noch gut versorgt wirst. Alles passte mit dir. Er sagte mir, dass wir wahrscheinlich einen Kaiserschnitt machen müssen. Er musste uns noch über die Risiken eines Kaiserschnittes aufklären und ich musste Unterschreiben. 

 

Ca. 22:30 Deine Herztöne würden immer schlechter und ich bekam immer mehr druck nach unten und musste schon veratmen. Da sich an meinem Muttermund immer noch nichts getan hat wurde beschlossen, einen Kaiserschnitt zu machen.

Mir wurde nochmal ein Wehenhemmer gespritzt und ich begann wider zu Zittern. Der Anästhesist wurde angerufen. Als er da war fragte er mich ein paar Sachen (Alter, Größe, Gewicht) die wohl wichtig für den Kreuzstich waren.

Mir wurde ein Katheter gelegt. 

 

Leider durfte dein Papa nicht mit in den OP-Saal, da es jetzt schneller gehen musste. Und dann ging es los. Ich war nervös und glücklich zugleich dich bald in den Armen halten zu können. Zwei Hebammen fuhren mich in meinem gemütlichen Bett durch drei Türen. Sie setzten mir, bevor es hineinging, eine hübsche grüne OP-Haube auf. Sie fuhren mich zum OP-Tisch und halfen mir hinüber. Ich musste mich hinsetzten da jetzt der Kreuzstich gemacht wurde. Es hat sich angefühlt, als bekomme man einen elektrischen Schlag in die Beine. Ich durfte mich hinlegen und mir wurden etliche Kabel an die Brust gehängt. Der Anästhesist fragt mich alle paar Minuten bis wohin ich noch etwas spüren würde, es ging sehr schnell und ich konnte von der Brust weg nichts mehr spüren. Und dann ging es los. Ich merkte nur wie sich mein Bauch bewegte. Und dann war es so weit.

 

22:58 Ich hörte dich zum ersten Mal schreien. Mir kullerten die Tränen über die Wange und ich war froh, dich endlich hier zu haben. Sehen konnte ich dich noch nicht, da die Hebamme dich von der Käseschmiere befreite und dich ganz warm einpacke. Sie legte dich mit deinem Kopf an meinen, ich war Glücklich, einfach Überglücklich.

 

Ein paar Minuten durftest du bei mir bleiben. Dann wurdest du zu deinem Papa gebracht. Und ich wusste dort bist du in guten Händen.

Während du schon am kuscheln mit deinem Papa warst, wurde ich noch fertig operiert. Ich fing wieder an stark zu zittern und mir wurde etwas dagegen gespritzt.

 

Nach kurzer Zeit war ich auch schon fertig und ich wurde wieder in mein Bett gehoben. Es fühlte sich an wie in einem Wasserbett. 

Ich wurde wieder in das Überwachungszimmer gefahren wo ihr zwei, meine zwei Männer, auf mich gewartet habt. Ich war überglücklich euch zu sehen. 

 

23:30 Du wurdest mir sofort auf den nackten Oberkörper gelegt und wir kuschelten. Du hast die ersten Trinkversuche gemacht. 

Wir mussten noch bis 03:30 hierbleiben ob alles in Ordnung ist. Alles passte. Dein Papa hat uns nach diesem langen Tag um 2:30 verlassen. Aber ich wusste, dass er am nächsten Tag bald wieder hier sein wird. 

 

Um 03:00 kam die Hebamme und sie zog dich an und packte dich in ein warmes Handtuch ein. 

Dann machte sie mich fertig und legte mir dich wieder auf die Brust. 

Dann fuhren wir aufs Zimmer.

Ich war glücklich alles überstanden zu haben. 

Und ich war/bin glücklich dich hier zu haben. 

 

Papa und Mama lieben dich und werden immer alles tun, dass es dir gut geht. 

Es ist immer wieder schön zu lesen, wie sich dann doch alles zum Guten wendet. Danke für deinen tollen Geburtsbericht. Für die weitere Zukunft wünsche ich euch alles Gute.

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